Lu Cheng & Diogo da Cruz
WHAT HOLDS, WHAT LEAKS
19. April bis 5. Juli 2026
Di bis Fr, 13–17 Uhr
Sa und So, 11–18 Uhr
Kunstverein Augsburg
Holbeinhaus, Vorderer Lech 20
86150 Augsburg
Eröffnung: 18. April, 18:30 Uhr
Grußwort: Jürgen Eninnger Kulturreferent der Stadt Augsburg
Zur Einführung spricht Christian Thöner mit Lu Cheng und Diogo da Cruz.
Mit What Holds, What Leaks präsentieren Lu Cheng und Diogo da Cruz im Kunstverein Augsburg eine ortsspezifische Duo-Ausstellung, die sich mit Durchlässigkeit, Stabilität und Transformation auseinandersetzt. In einer kollaborativen Arbeitsphase entwickelten beide Künstler*innen ein hybrides, prozesshaftes Gefüge aus Keramik und Stahl.Die Ausstellung entfaltet sich als raumgreifendes Ensemble, das sich als offenes System versteht: eine Struktur, die trägt und nachgibt, sich verdichtet und wieder auflöst. Organische und architektonische Logiken durchdringen einander – fragile keramische Elemente treffen auf tragende Metallgerüste und verzweigen sich zu biomorphen Formationen.
Während Lu Cheng körperlich anmutende, wachsende Strukturen entwickelt, entwirft Diogo da Cruz spekulative, aquatisch geprägte Ökosysteme, in denen alternative Formen von Koexistenz sichtbar werden. Eine Soundarbeit durchzieht den Raum und verbindet die gemeinsame Arbeit mit der akustischen Realität der Stadt: Verdichtete, gefilterte und modulierte Aufnahmen gestauten und sich befreienden Wassers – unter anderem vom Augsburger Hochablass – übersetzen Halt und Durchlässigkeit in urbane Strömungen und machen diese als hörbare Ebene erfahrbar.
Was gibt Halt, was entzieht sich Kontrolle? Welche Strukturen bewahren, welche lassen durch? Material erscheint in der Ausstellung nicht als statische Substanz, sondern als aktiver Träger von Beziehungen. Die Ausstellung wird so zu einem temporären Ökosystem, das sich im Zusammenspiel von Raum, Material und Publikum kontinuierlich verändert.
Mit Augsburg als Ausstellungsort erhält das Projekt eine zusätzliche Resonanz: Das historisch geprägte und zugleich lebendige Wassersystem der Stadt – seit 2019 UNESCO-Welterbe – bildet einen Kontext, in dem Fragen von Zirkulation und ökologischer Verflechtung besondere Dringlichkeit gewinnen.
Lu Cheng (*1996, Shanghai) lebt und arbeitet in München.
Sie studierte Industriedesign an der China Academy of Art sowie Freie Kunst an der Akademie der Bildenden Künste München (Meisterschülerin von Prof. Peter Kogler, 2025). In ihrer Praxis verbindet sie Skulptur und Installation zu biomorphen Gefügen, die organisches Wachstum und Materialdynamiken untersuchen. Ihre Arbeiten wurden international gezeigt und erhielten zahlreiche Auszeichnungen.
Diogo da Cruz (*1992, Lissabon) lebt und arbeitet zwischen Berlin und Lissabon.
Er studierte Bildhauerei in Lissabon und München und war von 2018 bis 2024 künstlerischer Mitarbeiter an der Akademie der Bildenden Künste München. Seine interdisziplinäre Praxis umfasst Installation, Video und Performance und untersucht ökologische Verflechtungen und materielle Zirkulationen.Er stellte international aus. Seine Arbeit wurde durch internationale Residencies gefördert.
Führungen:
Mittwoch, 20. Mai, 18:30 Uhr
Samstag, 27. Juni, 14 Uhr
Artist Talk: Freitag, 8. Mai, 18:30 Uhr
Workshop: Samstag, 4. Juli, 14 – 19 Uhr